Die Kündigungsfrist beschreibt den Zeitraum zwischen dem Zugang einer Kündigung und dem tatsächlichen Ende eines Arbeitsverhältnisses. Wer die Kündigungsfrist korrekt berechnet, vermeidet rechtliche Risiken und sorgt für klare Planung – sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer. Beim Berechnen der Kündigungsfrist geht es darum, das korrekte Enddatum eines Arbeitsverhältnisses zu bestimmen. Entscheidend ist nicht das Datum auf dem Kündigungsschreiben, sondern der Zeitpunkt des Zugangs beim Empfänger. Erst ab diesem Tag beginnt die Frist zu laufen. Die gesetzliche Grundlage bildet in Deutschland § 622 BGB.
Wichtige Faktoren bei der Berechnung
- Arbeitnehmer: meist einheitliche Frist
- Arbeitgeber: gestaffelte Fristen nach Betriebszugehörigkeit
2. Dauer der Betriebszugehörigkeit
- Je länger die Beschäftigung, desto länger die Frist für Arbeitgeber
- Arbeits- oder Tarifverträge können abweichende Fristen festlegen
- Verkürzte Frist von in der Regel 2 Wochen
- Häufig zum 15. oder Monatsende
Gesetzliche Kündigungsfristen im Überblick
- 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende für Arbeitnehmer
- ab 2 Jahren: 1 Monat
- ab 5 Jahren: 2 Monate
- ab 10 Jahren: 4 Monate
- bis zu 7 Monate nach 20 Jahren
Schritt-für-Schritt: Kündigungsfrist berechnen
→ Beispiel: Einwurf in den Briefkasten
→ Gesetzlich, vertraglich oder tariflich geregelt
→ 4 Wochen entsprechen exakt 28 Tagen (nicht ein Monat)
→ z. B. Monatsende oder 15. eines Monats
Geht die Kündigung am 3. Dezember zu, endet das Arbeitsverhältnis bei 4 Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende am 31. Dezember.
Typische Fehler vermeiden
- Verwechslung von „4 Wochen“ mit „1 Monat“
- Falsche Berechnung des Zugangsdatums
- Ignorieren von Tarifverträgen
- Nichtbeachtung von Sonderfällen (z. B. Elternzeit, Schwerbehinderung)
Bedeutung für Unternehmen und Mitarbeitende
- Rechtssicherheit: Fehler können Kündigungen unwirksam machen
- Planung: Übergaben und Nachbesetzungen gelingen besser
- Kostensicherheit: Unternehmen vermeiden unnötige Gehaltszahlungen