Diese Kennzahl gehört zu den wichtigsten Bereichen im Personalmanagement und im
Personalcontrolling, da sie Aufschluss über die Stabilität eines Unternehmens gibt.
Eine hohe Fluktuationsrate kann darauf hindeuten, dass es Probleme im Unternehmen gibt. Dazu zählen zum Beispiel:
- schlechte Arbeitsbedingungen
- unzufriedene Mitarbeiter
- fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
Eine niedrige Fluktuation kann dagegen ein Zeichen für eine stabile und zufriedene Belegschaft sein.
Wie lässt sich die Fluktuationsrate berechnen?
Die Fluktuationsrate lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen. In der Praxis gibt es verschiedene Varianten, die sich leicht unterscheiden.
Die gebräuchlichste Methode lautet:
Fluktuationsrate (%) =
(Anzahl der Abgänge ÷ durchschnittlicher Personalbestand) × 100
Der durchschnittliche Personalbestand ergibt sich aus:
(Mitarbeitende am Anfang + Mitarbeitende am Ende) ÷ 2
Beispiel zur Berechnung
Ein einfaches Beispiel hilft beim Verständnis:
- Mitarbeitende zu Jahresbeginn: 120
- Mitarbeitende am Jahresende: 110
- Abgänge im Jahr: 18
Schritt 1: Durchschnitt berechnen
(120 + 110) ÷ 2 = 115
Schritt 2: Fluktuationsrate berechnen
(18 ÷ 115) × 100 = 15,7 %
Das Ergebnis zeigt: Rund jede sechste Stelle musste im betrachteten Zeitraum neu besetzt werden.
Diese Auswertungen fließen oft auch ins Recruiting oder die Personalplanung ein.
Welche Arten von Fluktuation gibt es?
Nicht jeder Mitarbeiterabgang hat die gleiche Bedeutung. Deshalb wird im HR-Bereich zwischen verschiedenen Arten unterschieden:
- Freiwillige Fluktuation: Mitarbeiter kündigen selbst
- Unfreiwillige Fluktuation: Kündigung durch das Unternehmen
- Natürliche Fluktuation: z. B. Renteneintritt
- Dysfunktionale Fluktuation: Leistungsträger verlassen das Unternehmen
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Hinweise auf unterschiedliche Ursachen liefert. Besonders die freiwillige Fluktuation steht oft im Zusammenhang mit der
Mitarbeiterbindung.
Warum ist die Fluktuationsrate wichtig?
Die Fluktuationsrate ist mehr als nur eine Kennzahl. Sie hilft Unternehmen dabei, Probleme früh zu erkennen und gezielt zu handeln.
Sie zeigt unter anderem:
- wie stabil ein Unternehmen aufgestellt ist
- wie gut Mitarbeiter gebunden werden
- ob Maßnahmen im Personalmanagement wirken
In Deutschland liegt die Fluktuation seit Jahren auf einem relativ stabilen Niveau. In vielen Jahren bewegte sie sich bei rund 30 bis 33 Prozent, je nach wirtschaftlicher Lage.
Damit wird deutlich: Personalbewegungen sind normal. Entscheidend ist jedoch, ob die eigene Fluktuationsrate über oder unter dem Durchschnitt liegt.
Typische Fehler bei der Berechnung
In der Praxis kommt es häufig zu falschen Ergebnissen, weil wichtige Aspekte nicht berücksichtigt werden.
Typische Fehler sind:
- interne Versetzungen werden als Abgänge gezählt
- falscher Personalbestand wird verwendet
- Zugänge im Zeitraum werden ignoriert
Fazit
Die Fluktuationsrate zeigt, wie viele Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen und ist ein zentraler Indikator für die Stabilität einer Organisation.
Mit einer einfachen Formel lässt sich die Kennzahl schnell berechnen. Noch wichtiger ist jedoch die richtige Interpretation. Erst im Zusammenhang mit Faktoren wie Arbeitsbedingungen, Führung und Mitarbeiterzufriedenheit gewinnt sie an Aussagekraft.